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Dominic Sanderson: Live Revelations (Review)

Artist:

Dominic Sanderson

Dominic Sanderson: Live Revelations
Album:

Live Revelations

Medium: CD
Stil:

Progressive Rock

Label: Eigenpressung/Just For Kicks
Spieldauer: 56:29
Erschienen: 27.02.2026
Website: [Link]

„Dieses Album ist ein unverfälschtes Statement dessen, was Sie von meiner Band und mir auf der Live-Bühne erwarten können: Wir spielen nicht mit einem Klick, wir spielen nicht mit Backing Tracks und es gibt keine zusätzlichen Schnörkel. Das ist das, was an diesem Tag eingefangen wurde, und in dieser Hinsicht ist es ehrlicher Progressive Rock der alten Schule in seiner hässlichsten, verdrehtesten und kompromisslosesten Form. Ich hoffe, es gefällt Ihnen!“ (Dominic Sanderson)

Frühpsychedelische, interstellare PINK FLOYD-Klänge begrüßen uns – nach zwei Studio-Alben – von dem ersten Live-Album DOMINIC SANDERSONs, um sich dann mit deutlicher VAN DER GRAAF GENERATOR-, SOFT MACHINE- und KING CRIMSON-Schlagseite auf die große Reise progressiv-experimentellen Extrem-Klangs zu begeben.
Was kann es besseres für die progressiven Freigeister geben, die in ihren musikalischen Heldenprofilen die Namen Hammill und Fripp oder Barrett und Ratledge zu stehen haben?


DOMINIC SANDERSON beherrscht nach zwei großartigen Studio-Alben („Impermanence“ und „Blazing Revelations“) nunmehr auch live diesen Spagat zwischen besagten Vorzeige-Bands der ersten progressiven Stunden, die maßgeblich dieses Genre mit ihren vielfältig-experimentellen Ideen, welche oft auch vor freejazzigen Sounds nicht haltmachten, prägten. Da erschließt sich der Satz auf dem bedruckten CD-Innenschuber im Gatefold-Digipak sofort: „He calls out and the echo returns...“ Genau! Sanderson und seine Band klingen wie das Echo der ganz großen Prog-Acts der Frühsiebziger. Ein Echo, das in seinem Widerhall zum Hochgenuss wird – also: So wie man es in den 70er-Prog-Rock-Wald hineinruft, schallt es bei DOMINIK SANDERSON auf „Live Revelations“ heraus.

Allerdings verwundert den Hörer, der vorher als Betrachter des fein gestalteten Digipaks samt 12-seitigem Foto-Booklet neugierig wird, genau dieses Booklet. Denn auf den 'Live'-Fotos aus der Birmingham Symphony Hall wird ersichtlich, dass die Band zwar auf der Bühne spielt, der Saal und die Ränge allerdings leer sind.
Kein Publikum?!
Genauer betrachtet und hingehört: Tatsächlich! Das Publikum fehlt.
Doch, doch: diese Live-Aufnahmen wurden zwar live in der Birmingham Symphony Hall mitgeschnitten, um genau die Atmosphäre und hervorragende Akustik einzufangen. Aber genau dieser Akustik wegen ohne Publikum. Denn der Sound von „Live Revelations“ ist auch stereotechnisch perfekt.


Sandersons Absicht dahinter ist es, „mit dieser grandiosen Kulisse“ den Unterschied zwischen den Studio-Versionen und deren deutlich raueren Bühnendarstellung zu betonen. Und das funktioniert, auch ohne besagtes Publikum, sodass der Hörer vor der heimischen Anlage der einzige Live-Bewunderer ist. Der Eindruck ist tatsächlich bewundernswert und macht garantiert auf alle folgenden Konzerte von DOMINIC SANDERSON neugierig und baut die entsprechende Spannung auf, welche in der knappen Stunde von „Live Revelations“ nicht nur angedeutet, sondern auch von Sanderson und seiner Band leidenschaftlich in den insgesamt fünf Longtracks (zwei von „Impermanence“ und drei von „Blazing Revelations“, von dem das beachtliche „Lullaby For A Broken Dream“ auf 20 Live-Minuten gestreckt wurde) ausgelebt wird.


FAZIT: DOMINIC SANDERSON begibt sich mit seiner Band auf „Live Revelations“ direkt auf die Bühne der Birmingham Symphony Hall, um „ein unverfälschtes Statement dessen, was von meiner Band und mir auf der Live-Bühne zu erwarten“ ist, einzufangen und darzubieten. Allerdings ist der riesige Saal leer, kein Publikum. Mit voller Absicht. Denn hier geht es Sanderson um die Wirkung, die er live hinterlässt, um diese komplett für besagten Tonträger festzuhalten. Wie spannend gerade diese Entscheidung für den Hörer der CD ist, wird bereits von der ersten soundtechnisch bestens klingenden Minute klar. Musikalisch gibt es zudem ebenso gigantisch klingenden Retro-Prog zwischen KING CRIMSON und VAN DER GRAAF GENERATOR sowie der jazzrockenden Improvisationskunst von SOFT MACHINE zu hören. Musik, die im Endeffekt ein riesiges Publikum verdient und bestens die 70er-Prog-Jahre aufmischt.

Thoralf Koß - Chefredakteur (Info) (Review 115x gelesen, veröffentlicht am )

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Wertung: 13 von 15 Punkten [?]
13 Punkte
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Tracklist:
  • The Twisted Hand Of Fade
  • Lullaby For A Broken Dream
  • From The Weeping Cradle
  • Is There Calm Amongst The Chaos?
  • Faithless Folly

Besetzung:

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